Konzernabschluss      Konzernanhang      Anmerkung 12     

12. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzinvestitionen

Die European Aeronautic Defence and Space Company EADS N.V. (EADS) und die Chrysler Holding LLC (Chrysler) sind die größten und bedeutendsten Beteiligungen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden. Der Konzern berücksichtigt die Ergebnisse dieser Gesellschaften grundsätzlich mit einem Zeitverzug von drei Monaten und ordnet diese Vans, Buses, Other zu. Die Equity Ergebnisse sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus at equity bewerteten Anteilen enthalten.

EADS. Zum 31. Dezember 2008 betrug der Buchwert der Beteiligung an EADS, bezogen auf einen 22,5%-Anteil, 2.886 Mio. € (31. Dezember 2007 und bezogen auf einen 24,9%-Anteil: 3.442 Mio. €). Zum 31. Dezember 2008 belief sich der Börsenwert der Anteile an der EADS auf 2.206 Mio. €.

Am 7. Juli 2004 hat Daimler EADS-Anteile von rund 3% im Rahmen einer Wertpapierleihe an die Deutsche Bank AG verliehen. Die Wertpapierleihe war in verschiedene Tranchen unterteilt, deren Laufzeiten zwischen drei und vier Jahren betrugen. Im Gegenzug erhielt Daimler eine Sicherheitsleistung in Form eines Pfandrechts auf ein wertgleiches Wertpapierdepot. In diesem Zusammenhang hat der Konzern zudem mehrere Optionsgeschäfte abgeschlossen, die das Recht beinhalteten, diese EADS-Anteile in der Zeit zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 zu einem fest vereinbarten Basispreis pro Aktie abzugeben. Die Gegenpartei hatte jedoch das Recht, an der Kursentwicklung ab einem bestimmten höheren Schwellenwert zu partizipieren, während sie gegen Kursrückgänge unter einen Mindestpreis pro Aktie abgesichert war. Im vierten Quartal 2007 hat der Konzern begonnen, seine Optionsrechte auszuüben und übertrug rund 1% der EADS-Anteile endgültig an Dritte; hieraus entstand ein Ertrag vor Steuern von 35 Mio. €. Im Jahr 2008 hat der Konzern die restlichen Optionsrechte vollständig ausgeübt und damit weitere rund 2% der EADS-Anteile endgültig an Dritte übertragen; hieraus resultierte ein Ertrag vor Steuern von 130 Mio. €.

Am 4. April 2006 hat Daimler des Weiteren mit verschiedenen Finanzinstituten eine Derivate-Transaktion über 7,5% der Anteile an der EADS abgeschlossen. Gleichzeitig hat Daimler an diese Finanzinstitute Aktien in Höhe dieses Anteils verliehen und im Gegenzug eine Sicherungsleistung in Form eines Pfandrechts auf ein wertgleiches Wertpapierdepot erhalten. Im Januar 2007 hat der Konzern diese Derivate-Transaktion abgewickelt und damit 7,5% der Anteile an der EADS übertragen; hieraus resultierte ein Mittelzufluss von 1.994 Mio. € sowie ein Ergebnis vor Steuern von 762 Mio. € (darin enthalten ist ein Gewinn aus der Realisierung der Derivate in Höhe von 49 Mio. €).

Als Folge der Transaktionen vom Juli 2004 und April 2006 verringerte sich die rechtliche Beteiligungsquote des Konzerns an der EADS auf 22,5%. Diese Transaktionen waren bis zur endgültigen Übertragung der EADS-Anteile (Abwicklung der Derivate- Transaktion im Januar 2007 bezüglich des EADS-Anteils von 7,5% bzw. Ausübung der Optionen ab dem vierten Quartal 2007 bezüglich des EADS-Anteils von rund 3%) nicht als Veräußerungen zu werten; daher waren die EADS-Anteile, die diesen Transaktionen zugrunde lagen, bis zu den jeweiligen Veräußerungszeitpunkten weiterhin als Investment klassifiziert. Infolge dessen berücksichtigte Daimler im Jahr 2008 die Ergebnisse von EADS anteilig mit einer Anteilsquote, die sich im Jahresverlauf von 24,9% auf 22,5% verringerte, nach der Equity-Methode im Konzernabschluss. In den Jahren 2007 bzw. 2006 wurde die Beteiligung an der EADS mit einer Anteilsquote von 24,9% bzw. 33% at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Alle Derivate-Transaktionen im Zusammenhang mit EADS-Anteilen wurden als derivative Finanzinstrumente bilanziert und Veränderungen der Marktwerte wurden nach der erstmaligen Bewertung der Derivate bis zu den jeweiligen Realisierungszeitpunkten ergebniswirksam im übrigen Finanzergebnis berücksichtigt. Die Bewertung der Derivate führte in den Jahren 2007 bzw. 2006 zu unrealisierten Gewinnen von 72 Mio. € bzw. 519 Mio. €.

Am 13. März 2007 hat eine Tochtergesellschaft von Daimler, die den 22,5%-Anteil an der EADS hält, Eigenkapitalanteile an Investoren für 1.554 Mio. € in bar ausgegeben. Dies führte im Jahr 2007 zu einem Ertrag vor Steuern von 704 Mio. €. Daimler hat ab dem 1. Juli 2010 das Wahlrecht, die neu ausgegebenen Eigenkapitalanteile in 7,5% der Anteile an EADS oder in einen Barausgleich zu tauschen, der dem Marktwert dieser EADS-Anteile zu diesem Zeitpunkt entspricht. Die Ausgabe der neuen Anteile führte nicht zu einer Reduzierung der Anteilsquote, mit der Daimler seine Beteiligung an der EADS im Konzernabschluss berücksichtigt. Infolge dieser Transaktion weist der Konzern in der Bilanz Minderheitsanteile aus, die den Anteil der Investoren an der konsolidierten Tochtergesellschaft darstellen, die die Eigenkapitalanteile ausgegeben hat. Dieser Minderheitsanteil spiegelt den 33%-Anteil der Investoren an den Netto- Vermögenswerten dieser Tochtergesellschaft wider.

Das Equity-Ergebnis der EADS einschließlich der Anpassungen des Konzerns aus Sicht als Investor beträgt im Jahr 2008 177 (2007: 13; 2006: (193)) Mio. €. Im Ergebnis des Jahres 2006 sind wesentliche Erhellungstatbestände einbezogen, die zwischen dem mit einem Zeitversatz von drei Monaten einbezogenen Abschluss der EADS zum 30. September 2006 und dem Bilanzstichtag des Konzerns zum 31. Dezember 2006 stattgefunden haben. Die EADS hatte im vierten Quartal 2006 wesentliche Aufwendungen vor allem im Zusammenhang mit Programmverzögerungen und Auslieferungsschwierigkeiten beim A380 Flugzeugprogramm sowie aufgrund der Entscheidung zur Aufnahme des Programms für die A350XWB Flugzeugfamilie bilanziert.

Die folgende Übersicht stellt die zusammengefassten IFRS-Abschlüsse der EADS dar, die Basis für die Equity-Bewertungen im Konzern waren:

  2008 2007 2006
Angaben in Millionen €      
       
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung1
Umsatzerlöse 40.659 39.614 38.109
Konzernergebnis 1.176 (1) (585)
Angaben zur Bilanz2
Vermögenswerte 73.071 68.482 68.428
Eigenkapital 12.690 13.760 13.138
Schulden 60.381 54.722 55.290
1 Die Angaben betreffen den Zeitraum 1. Oktober bis 30. September; für 2006 angepasst aufgrund
wesentlicher Erhellungstatbestände im vierten Quartal 2006.
2 Die Angaben betreffen den Bilanzstichtag 30. September; für 2006 angepasst aufgrund wesent-
licher Erhellungstatbestände im vierten Quartal 2006.

Chrysler. Der Konzern hält einen 19,9%-Anteil an Chrysler. Der maßgebliche Einfluss des Konzerns resultiert aus den vertraglich vereinbarten Mitwirkungsrechten im Verwaltungsrat sowie den Veto- und Kontrollrechten des Konzerns.

Im Jahr 2008 belief sich das Equity-Ergebnis von Chrysler, einschließlich der Anpassungen des Konzerns aus Sicht als Investor, auf (1.390) Mio. € (2007: bezogen auf den Zeitraum vom 4. August bis zum 30. September (377) Mio. €). Die anteiligen Verluste reduzierten den Equity-Buchwert im Jahr 2008 auf Null (31. Dezember 2007: 916 Mio. €).

Der den Buchwert der Beteiligung zum 31. Dezember 2008 übersteigende anteilige Verlust wurde im Konzernabschluss als Verminderung der Forderungen erfasst, die im Zusammenhang mit den an Chrysler gewährten nachrangigen Darlehen standen (siehe auch Anmerkung 2). In den Equity-Ergebnissen der Jahre 2008 und 2007 sind wesentliche Erhellungstatbestände berücksichtigt, die zwischen dem mit einem Zeitversatz von drei Monaten einbezogenen Abschluss von Chrysler zum 30. September und dem Bilanzstichtag des Konzerns zum 31. Dezember stattgefunden haben. Diese betreffen im Jahr 2008 Aufwendungen, die bei Chrysler infolge zusätzlicher Restrukturierungsmaßnahmen entstanden; der Anteil des Konzerns an diesen Aufwendungen betrug 109 Mio. €. Im Jahr 2007 ergaben sich anteilige Aufwendungen von insgesamt 322 Mio. € im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen und einer neuen Vereinbarung mit der US-amerikanischen Gewerkschaft UAW, die ohne Zeitversatz berücksichtigt wurden.

Die folgende Übersicht stellt die zusammengefassten IFRS-Abschlüsse von Chrysler dar, die Basis für die Equity-Bewertung im Konzern waren:

  2008 2007
Angaben in Millionen €    
     
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung1
Umsatzerlöse 48.442 7.967
Konzernergebnis (6.541) (1.942)
Angaben zur Bilanz2
Vermögenswerte 81.506 90.427
Eigenkapital (3.430) 2.677
Schulden 84.936 87.750
1 Die Angaben betreffen den Zeitraum 1. Oktober 2007 bis 30. September 2008; für 2007 betreffen
die Angaben den Zeitraum 4. August bis 30. September 2007. Die Ergebnisse beider Jahre wurden
angepasst aufgrund wesentlicher Erhellungstatbestände im vierten Quartal.
2 Die Angaben betreffen den Bilanzstichtag 30. September, jeweils angepasst aufgrund wesentlicher
Erhellungstatbestände im vierten Quartal.

Die vom Konzern zurückbehaltenen Ansprüche auf weitere Zahlungen in Abhängigkeit von der zukünftigen Entwicklung von Restwerten von Leasingfahrzeugen wurden im Jahr 2008 aufgrund einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung erfolgswirksam abgeschrieben.

Aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Chrysler im vierten Quartal 2008 wurden die Buchwerte von Darlehen und Forderungen gegenüber Chrysler sowie einiger anderer Vermögenswerte wertberichtigt.

Die aus den Wertberichtigungen resultierenden Aufwendungen betragen im Jahr 2008 insgesamt 1,8 Mrd. € und sind überwiegend im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.